Transaxle-Experte verschwunden
31.08.2010 18:10
Seit dem 13. August wird Dirk Weisbrod vermisst
Freitag, 13. August – das soll der Tag sein, an dem ihm seine Lebensgefährtin und Mitarbeiter zum letzten Mal gesehen haben, berichten Kunden. Seitdem sei der Kontakt wohl abgerissen. Mit seinem blauen Porsche 944 S2 Cabriolet habe er seinen Betrieb in Crimmitschau mit unbekannten Ziel verlassen.
Gründe für das Abtauchen unklar
Ob es private oder geschäftliche Gründe für sein Abtauchen gibt, lässt sich momentan nicht sagen. Bei der Polizeidirektion Südwest-Sachsen in Zwickau sei keine Vermisstenanzeige anhängig, sagte Sprecherin Anett Münster gegenüber PORSCHE FAHRER online. Das heiße aber nicht, dass niemand sein Verschwinden der Polizei gemeldet habe: „Wir werden nur tätig, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht oder es ähnliche Gründe gibt.“ Zudem scheint auch keine vorläufige Insolvenz vorzuliegen. Beim zuständigen Insolvenzgericht in Chemnitz ist momentan kein Verfahren anhängig, bestätigte ein Sprecher.
Die einzige Spur, auf die man bisher gestoßen ist, war eine Anzeige eines Händlers bei Berlin auf einer Internet-Autoverkaufsplattform. Dort wurde um den 24. August herum das Porsche 944 S2 Cabrio, mit dem Dirk Weisbrod in Crimmitschau startete, zum Kauf angeboten. Unser Beispielbild zeigt einen solchen Wagen in der Farbe Weiß. Einem Kaufinteressenten soll der Händler gesagt haben, der Besitzer trenne sich von dem Wagen, weil er nach Brasilien auswandern wolle, berichten Insider. Inzwischen steht die Anzeige nicht mehr im Internet. Das Verschwinden von Dirk Weisbrod ist ein heiß diskutiertes Thema in Porsche-Internetforen wie auf www.mytransaxle.de oder www.pff.de Einige Mitglieder haben oder hatten Autos bei Dirk Weisbrods Firma Diweis zur Reparatur untergestellt oder Teile eingelagert. Sie organisierten teilweise bereits den Abtransport, weil ihnen nicht klar ist, wie es mit dem Unternehmen weitergehen wird. Die Lebensgefährtin von Dirk Weisbrod, die mit ihm drei Kinder hat, bemüht sich nach den Aussagen von Betroffenen sehr, dies unkompliziert zu ermöglichen.
Bis zum 30. August stand der Name von Dirk Weisbrod noch im Impressum seiner Homepage, nun ist der Name dort nicht mehr zu lesen. Unter „Profil“ wird er aber noch als Inhaber angegeben. 2007 war er vom bayerischen Schönau am Königssee ins sächsische Crimmitschau umgezogen. Zumindest über eine gewisse Phase hinweg lief der Betrieb dort auf den Namen einer zeitweiligen Freundin von ihm. Entsprechende veraltete Einträge lassen sich noch heute in Branchenverzeichnissen im Internet finden. Zuletzt lebte er wieder mit der Mutter seiner drei Kinder zusammen.
Firma im Jahr 2000 gegründet
Dirk Weisbrod hatte seine Firma im Jahr 2000 gegründet. Es dürfte kaum einen zweiten Mann in der Transaxle-Szene geben, der so viele Porsche 924 und 944 gekauft und ausgeschlachtet hat. Durch sein großes Gebraucht-Teilelager war er eine bekannte Größe in der Szene. In jüngster Zeit bot er auch Restaurationen an. Sechs Mitarbeiter beschäftigte er zuletzt, steht auf der Homepage von diweis.com. Seit 2004 organisierte er zudem jährlich Treffen für Freunde der Porsche 924 und 944 auf seinem Gelände.

